The Pennine Way 30.05.-11.06.2019

 Tag 1

Nun ist es soweit, ein weiteres Abenteuer nimmt seinen Anfang. Gestern spät abends reiste ich nach Edale, ein Dörfchen inmitten Englands. Es isr der Startort des Fernwanderwegs "Pennine Way". Es ist der "härteste" solche Wanderweg in England. Von Edale führt der Weg während 427km und einem Gesamtaufstieg von 11'200m durch das Landesinnere bis über die Schottische Grenze nach Kirk Yetholm. Die Route existiert nun seit etwas mehr als 50 Jahren und gehört zu den weniger überlaufenen Fernwanderwege in England.

 

Der Pennine Way startet beim "Old Nags Head" Pub Auch ich finde mich dort wieder und mache mich auf den Weg Der heutige Abschnitt wird als streng beschrieben und für viele ist es auch der Moment, in dem sie realisieren, dass die Route nichts für sie ist. Ich hoffe mal, mir ergeht es anders und quere viele Weiden. Typisch ist die grüne, hügelige Landschaft mit vielen Steinmauern als Zäune Auf den Weiden gibt es überall etwas zerzauste Schafe und ab und zu mal ein paar Kühe. Ich habe sogar das Glück ein Paar von Moorschneehühnern aus der Ferne zu beobachten. Bis jetzt windet es zwar, aber der Regen bleibt noch aus. Bei meinem Aufstieg der "Jacob Ladder" nimmt dies auch sein Ende. Ich gelange in die "Wolke" oder besser in den Nebel mit Regen. Dieser wird nun mein treuer Begleiter und hält mich nass. Fotos werden wohl auf dieser Tour eher die Ausnahme sein. Zudem sehe ich selbst auch kaum etwas von der Landschaft. Wegmarkierungen gibt es hier auch nicht wirklich, was die Karte zu einem sehr wichtigen Hilfsmittel macht. Ich erreiche den Kinder Low (633m) und verwirrte Teenager, welche Mühe mit der Navigation bekunden. Eine ältere Frau macht sich Sorgen und leistet Beistand. Sie heisst Ruth, ist eine Schweizerin in Schottland lebend. Sie macht ebenfalls den Pennine Way und ich werde ihr vermutlich noch einige Male begegnen. Weiter geht es über den hoffentlich richtigen Pfad den Hügel hinunter. Unten angelangt, folge ich einem mit grossen Steinplatten gepflasterten Weg durch die Ebene. Dieser Weg dauert eine gefühlte Ewigkeit im Regen. Die ganze Landschaft, zumindest was ich davon sehen kann, erinnert mich stark an Neuseeland (das Wetter auch). Immer wieder ist irgendwo ein Schaf zu sehen und ich frage mich ob der Besitzer den Überblick über seine Tiere hat. Nach der Querung einer Strasse (Snake Pass) geht es unangenehm weiter Der Weg scheint hier eher das Bachbett zu sein, zum Glück sind meine Schuhe schon durchnässt. Ich quere den Bach gefühlte 1000 Mal und versinke immer wieder in der tiefschwarzen Erde des Moorlands. Dann endlich erreiche ich Bleaklow Head (633m). Beim Abstieg nimmt der Regen endlich etwas ab und ich quere wieder x-Male einen Bach. Schliesslich geht es an den letzten Abstieg. Dieser hat es in sich. Zwar ist der Weg hier mit Steinen gemacht, diese sind aber bei der Nässe ähnlich rutschig wie Eis. Daher heisst es nochmals volle Konzentration bis ich im Old House in Torside zum Verweilen ankomme. Ein langer und ermüdender Tag geht zu Ende.

Tag 2

 

Heute Morgen startet, wie vermutlich noch viele Morgen, mit einem Full English Breakfast. Dies umfasst weisse Bohnen, Speck, Spiegelei, gebackene Tomate und Champignon. Dabei verdrehen vermutlich viele die Augen, aber für einen Wandertag gibt es nichts Besseres. Mit vollem Magen starte ich bei trockenem Wetter. Ich überquere den Damm beim Wasserreservoir und bald schon bin ich wieder im Moorgebiet, umgeben von Schafen. Langsam und steil folge ich dem Weg nach Laddow Rocks (500m). Hier treffe ich auch Ruth wieder. Gemeinsam machen wir uns weiter auf den Weg nach Black Hill (580m). Gespannt höre ich mir ihre vielen Geschichten an. Oben angelangt weht ein bissiger Wind und ich mache mich wieder eigenständig auf den weiteren Weg. Ich sehe sogar zwischendurch die Sonne und weiss fast nicht was die beste Kleiderwahl ist, wechselt die Temperatur von kalt bis warm im Minutentakt. Dank dem trockenen Wetter sind auch Bachquerungen heute ohne nassen Füsse machbar. Weiter geht es dann wieder einem Wasserreservoir (Wessenden) entlang und danach geht es nochmals steil hoch. Langsam hält auch die Erschöpfung Einzug und das Wetter schlägt um. Die Sonne verschwindet und der Wind zieht an. Ich passiere nochmals ein Wasserreservoir und habe schon etwas Angst vor dem Regen. Dieser kommt aber nicht und ich kann unbeschwert ans Ende der heutigen Etappe wandern. Standedge ist aber nicht weiter als ein Parkplatz an einer Strasse. Es bleibt mir nichts anderes übrig als abseits der Route nach Diggle zu gehen. Dort bin ich dann froh in meiner Unterkunft dem Sunfield B&B anzukommen.

Tag 3

 

Noch etwas angeschlagen vom Vortag freue ich mich auf das ausgiebige Frühstück. Frisch gestärkt fährt mich der Hausherr zurück zu meinem Weg, damit ich mir die Zusatzdistanz sparen kann. Leider habe ich meinen Hut vergessen und er fährt vergebens nochmals in die Unterkunft, um ihn zu suchen. Ich sage ihm er soll den Hut den Dänen mitgeben, falls sie ihn noch finden sollten. Beim Start treffe ich gleich auf Ruth und wir gehen zusammen los. Mein Bein ist dankbar für das langsamere Tempo und es ist schön nicht allein unterwegs zu sein. Bei trockenen Bedingungen macht es im Moor Spass und die Füsse bleiben trocken. An der Umgebung und den gepflasterten Wegen hat sich kaum etwas verändert. Den Überblick über all die Namen der Moore habe ich bereits verloren. Aber seit heute habe ich das Peak District hinter mir gelassen und befinde mich nun in den South Pennines. Wir passieren White Hill (466m) und nähern und einer Brück über einer Autobahn. Weit weg von der Zivilisation sind wir heute nicht. Der Pennine Way war vor der Autobahn da und deshalb hat es nun eine Brücke für die Wanderer. Dann führt der Weg auf den Blackstone Edge (472m), ein Hügel, der alle zu faszinieren scheint. Ich wundere mich eher warum die Dänen noch nicht aufgetaucht sind und uns eingeholt haben. Langsam begrabe ich innerlich meinen Hut und überlege wie ich einen neuen bekomme. Dann sehe ich bei der Markierung des höchsten Punkts einen Hut liegen und denke mein Problem ist gelöst. Zudem hat er auch noch die gleiche Farbe wie mein vermisster. Beim Näherkommen sieht es immer wie mehr wie meiner aus. Ein Stein beschwert den Hut und eine Notiz auf der steht: "Dieser Hut gehört der jungen Frau, welche im B&B Sunfield war. Grüsse, die 4 Dänen" Ich freue mich total, auch wenn es mir ein Rätsel ist wie die Dänen vor mir hier waren, aber ich habe meinen Hut wieder 😊 Über eine alte "Packesel"-Strasse geht es hinunter und wir finden uns bei einem Wasserreservoir wieder. Von hier verläuft der Weg eben auf einem breiten Kiesweg und wir passieren diverse Reservoire. Langsam habe ich genug davon gesehen und freue mich als es endlich ein Ende nimmt. Weit in der Ferne ist das Stoodley Pike Monument zu sehen. Der Weg dorthin ist aber noch lange und wir nähern uns nur zögerlich. Endlich angekommen, steigen wir empor und geniessen die großartige Aussicht. Dann führt der Weg hinunter Richtung Callis Bridge. Zum ersten Mal seit dem Start bin ich in einem Wäldchen und auf richtigen Wiesen (kein Moor). Das fühlt sich toll an. Unten angekommen wartet nochmals ein erbarmungsloser Aufstieg auf uns. Über einen gepflasterten Weg durch die Steinhäuser steigen wir langsam hinauf. Es erinnert mich beinahe ans Tessin. Nun noch ein kurzer Weg über eine Wiese und wir sind auf der Badger Fields Farm angekommen. Voller Freude werden wir mit Tee und Kuchen begrüsst und können die Sonne noch etwas geniessen.

Tag 4

 

Frisch gestärkt verlassen wir die Badger Fields Farm und steigen hinab zum Colden Water. Der Weg verläuft zwischen zwei Steinmauern und ist nicht für breite Menschen gemacht. Von dort ist es nicht mehr weit nach Colden in den High Gate Shop. Ein winziger Laden, der alles hat, was man sich nur wünschen kann. Die Besitzerin ist erfreut über alle Wanderer und um deren Wohlergehen besorgt. Nach diesem Abstecher geht es zurück in die Moorlandschaft. Ein Blick zurück und es ist immer noch das Stoodley Pike Monument in der Ferne auszumachen. Lange treffen wir niemanden an, nur Vögel und Schafe. Die einzigen konstanten Begleiter auf der Wanderung. Wir kommen zu den Walshaw Dean Reservoirs und der Regen gesellt sich zu uns. Wie auch mit dem Wind, findet man sich auch mit dem Regen ab, eine andere Wahl hat man schliesslich nicht. Nach dem Passieren der Reservoire zweigt der Weg wieder ab ins Moor und bringt uns nach Ponden. Hier treffen wir erstmals auf Menschen, aber auch das letzte Mal für heute. Aus dem Tal in Ponden gibt es noch einen anstrengenden Aufstieg zum Ickornshaw Moor. Hier ist es im Vergleich zu den vorigen Moorgebieten wieder nasser Es ist Vorsicht geboten, ansonsten versinkt man tief im Matsch. Wir sind froh über die vielerorts "gepflasterten" Wegabschnitten. Beim erneuten Regen sehen wir den letzten Kilometern entgegen. Durch schöne blumige Weiden erreichen wir Ickornshaw. Auf dem Campingplatz erwartet mich ein süss eingerichteter "Schafwagen" mit Bad, Küche und Bett. Perfekt um die Füsse hochzulegen.

Tag 5

Am heutigen 5. Tag meiner Wanderung werde ich die South Pennines verlassen und in das Gebiet des Yorkshire Dales National Parks vordringen. Mein Führer beschreibt die Route als Achterbahn und ich werde bald erfahren was das heissen soll. Der Tag heute beginnt mit grünen Weiden und ich durchschreite eine Weide nach der anderen. Mal hoch, mal runter, überquere Mauern und öffne und schliesse sehr viele Weidetore. Immer wieder komme ich an schönen Steinhäusern vorbei. Obwohl es heute den grössten Teil des Tages so aussieht, komme ich dennoch kurz zu einem Moor und überschreite den Pinhaw Beacon (388m) becor ich mich wieder den grünen Hügeln zuwende. Insgesamt entspricht der heutige Tag dem inneren Bild, welches ich von England habe. Das Wetter zeigt sich heute mit einem Sonnen-Wolken-Gemisch sehr freundlich, wenn auch ein starker unangenehmer Wind weht. Dadurch fällt mir kaum auf wie angenehm es an der Sonne wäre. Schliesslich erreiche ich den River Aire und ich geniesse es ein Gewässer zu sehen (nicht ein künstliches Reservoir). Zuvor muss ich mich aber noch durch ein frisch gegülltes Feld kämpfen. Eine sehr unangenehme Sache. Schliesslich erreiche ich Malham und ein weiterer langer Tag geht zu Ende. 

Tag 6

Die Sonne hat sich heute wieder hinter einer dicken Wolkenschicht versteckt und das typische englische Wetter ist wieder da. Der Regen setzt regelmässig ein, wenn auch nur schwach. Der Weg führt mich aus Malham zum bekannten Malham Cove. Ein markanter Felsen in dieser sonst hügeligen Landschaft. Über eine steile Treppe erreiche ich bald das obere Ende und fühle mich beinahe wie im Jura. Überall der Kalkstein, auch in den Weiden. Der Kalkstein ist sehr rutschig bei den nassen Bedingungen. Über die Höhe auf Weide gelange ich zum Malham Tarn, ein See. Diesen muss ich beinahe umrunden, bis ich wieder durch die Weiden, entlang von Steinmauern wandere. Die Umgebung, die Art der Hügel haben sich seit den letzten Tagen stark verändert. Ich befinde mich zwar wieder im Moorgebiet, aber dieses hat einen ganz anderen Charakter mit Felsen und ist grasiger. Ein langer Aufstieg bringt mich auf den Fountains Fell (668m). Dieser wurde stark durchmint, weshalb es sehr gefährlich sein kann den Weg zu verlassen. Vor mir tut sich die Sicht auf einen imposanten Hügel/Berg auf, der Pen-y-Ghent (694m). Ich sehe bereits wo mich mein Weg auf ebendiesen Berg bringen wird. Nicht gerade begeistert gehe ich weiter und hoffe der Aufstieg wird nicht so steil wie es den Anschein macht. Wie sich später herausstellt, ist der Aufstieg steil, teilweise senkrecht. Die Felsformation gleicht beinahe Stufen, wodurch der Aufstieg möglich wird. Nun verstehe ich auch die Umgehungsroute, welche in meinem Führer beschrieben ist. Dank der trockenen Bedingungen macht der Aufstieg Spass und kurz darauf kann ich die tolle Aussicht geniessen. Der Abstieg ist viel harmloser und vermutlich die 1. Wahl bei Touristen Darauf lässt jedenfalls der breit bemessene und gut ausgebaute Weg schliessen. Langsam steige ich hinab und erreiche Horton in Ribblesdale. Ein kurzweiliger, aber abwechslungsreicher Tag geht zu Ende.

Tag 7

 

Am Morgen früh ist noch Regen angesagt. Ich bin direkt froh heute etwas später loslegen zu können. Dann geht’s los, heute eher unspektakulär über breite, steinige Wege. Auch das Wetter ist nur so naja. Zwischendurch ein bisschen Regen zusammen mit einem kalten Wind. So kalt, dass ich heute sogar eine Schicht mehr anziehen muss. Hinter mir ist der Pen-y-Ghent zu sehen. Dann treffe ich auf Ruth und gemeinsam machen wir uns auf den nach Hawes. Ein ziemlich kurzer Tag und ich freue mich auf hoffentlich interessantere Strecken morgen. Immerhin gibt es in Hawes einen Spar und auch sonst alles was man brauchen könnte. 

Tag 8

 

Mein letzter Tag im Yorkshire Dales National Park beginnt. Für einmal ist mir das Wetter freundlich gesinnt und die Sonne scheint. Über Schafsweiden verlasse ich Hawes und ich jage gefühlte 1000 Hasen vor mir her. Die sind hier überall. Langsam geht es bergauf und ich gelange wieder einmal in ein Moorgebiet. Ganz allein bin ich hier unterwegs. Nun ja, nicht ganz allein. Die Moorhühner sind auch noch da und ziehen ihre Küken auf. Gleich zwei Mal scheuche ich ungewollt eine Familie auf. Nach einem lang gezogenen Aufstieg erreiche ich endlich den Great Shunner Fell (716m). Eine weitläufige Aussicht tut sich auf. Von hier geht es wieder hinunter ins Tal. Unterwegs sehe ich sogar mehrere Fasane, solche habe ich bisher noch keine gesehen. Der Abstieg zieht sich noch endloser hin und vom Tal muss ich auch gleich wieder hoch. Und schon bin ich im nächsten Moor. Der Boden ist vielerorts nass und sumpfig und ich versuche meine Schuhe möglichst trocken zu halten. Hinter mir sehe ich immer dunkler werdende Wolken. Ich gebe nochmals Gas, das heutige Ziel ist nicht mehr weit. Dann setzt leichter Hagel ein, etwas überrascht ich ziehe ich meine Regenjacke über und mache mich an den letzten Aufstieg. Der Hagel wechselt über in Regen und bald darauf erreiche ich das Tan Hill Inn. Das höchst gelegene Pub Englands auf 528m.

Tag 9

 

Der neue Tag startet sonnig mit wechselnder Bewölkung. Vom Tan Hill Inn geht es in die Region der North Pennines. Durch eine riesige Ebene mit einem Moor geht es los. Immer wieder ist es sehr sumpfig und ohne nass zu werden gibt es kein Durchkommen durch dieses Moor. Trotz der nahegelegenen Strasse hat man das Gefühl allein zu sein. Dann endlich gibt es wieder festen Boden unter den Füssen, was für ein tolles Gefühl. Weiter geht es auf einem Kiesweg und plötzlich realisiere ich, dass ich mein Handy verloren habe. Ich stelle meinen Rucksack ab und drehe um. Es fühlt sich direkt so unbeschwert an ohne zusätzliches Gewicht. Bald treffe ich auf Collin und er hat mein Handy bereits gefunden und erspart mir somit einen noch längeren Umweg. Überglücklich gehe ich wieder vorwärts meinem Weg entlang. Es wird wieder sumpfig, wie noch so oft heute. Dann setzt auch noch Regen ein. Nun ist also alles nass, nicht nur meine Füsse und Beine. Mit schnellem Schritt nähere ich mich meinem Ziel Middleton in Teesdale. Ich schaffe es gerade noch vor dem grossen Regen und kann etwas die Ruhe geniessen. Mit dem heutigen Tag habe ich mehr als die Hälfte meiner Wandertage und mehr als die Hälfte der gesamten Strecke hinter mich gebracht. Wenn auch die langen Tage noch kommen werden.

Tag 10

 

Nachdem nun mehr als die Hälfte der Strecke geschafft ist, ist es Zeit für einen etwas ruhigeren Tag. Auch das Wetter ist heute nicht sehr toll. Seit gestern Nachmittag regnet es fast permanent. Die heutige Strecke ist kurz und auch einfach von der Art des Wegs, der am River Tees entlangführt. Jedoch har der anhaltende Regen gossen Einfluss auf den Fluss und die Bäche. Riesige Wassermassen fliessen und alles platzt aus den Nähten. Bei einer Bachüberquerung werden meine Schuhe komplett mit Wasser gefüllt und ich bin nur froh, konnte ich den Bach überhaupt überqueren. Weiter oben am Fluss sehe ich die bekannten Wasserfälle Low Force und High Force. Durch den Regen wirken die Fälle umso imposanter. Weiter folge ich dem Fluss, welcher mir teilweise sogar den Weg weggenommen hat und erreiche Langden Beck. 

Tag 11

 

Der Morgen startet sonnig, aber der Wind lässt mich erschauern. Entlang des River Tees setze ich meinen Weg fort. Glücklicherweise ist das Wasserniveau auf ein normales Level gesunken und ich brauche mir keine Sorgen über überschwemmte Wege zu machen. Plötzlich werde ich doch noch vom Regen überrascht, eigentlich sollte es heute den ganzen Tag trocken bleiben. Weiter geht es und ich nähere mich einem Abschnitt mit grossen Felsbrocken. Mit etwas Gekrabbel ist dies aber problemlos zu meistern. Ich bestaune die Kletterfähigkeiten der Schafe und hoffe es bricht sich keines ein Bein. Kurz darauf erreiche ich Cauldron Snout, ein Wasserfall, welcher durch ein Reservoir versorgt wird. Weg gibt es hier eigentlich keinen mehr und ich muss hochklettern. Oben angekommen, überquere ich den Fluss und folge einem Kiesweg ins Moorgebiet. Wie immer im Moor, fühlt es sich an als wäre ich allein und irgendwo im Nirgendwo. Dem Fluss Maize Beck folgend erreiche ich High Cup Nick. Ein imposanter Einschnitt im Gelände. Links und rechts steile Hänge und dazwischen eine Ebene in der sich das Flüsschen schlängelt. Der Wind hier ist kaum auszuhalten und ich folge dem Weg auf der Seite von High Cup Nick. Ein langer Abstieg bringt mich schliesslich nach Dufton.

Tag 12

 

Ein aufregender Tag fängt an. Die Sonne begrüsst mich bereits frühmorgens und zur Abwechslung weht auch fast kein Wind. Der heutige Tag bringt mich auf den höchsten "Berg" auf der ganzen Wanderung. Dazu muss ich aber wie gewohnt unten anfangen und mich langsam hochkämpfen. Über das Moor und durch die Schafe führt der Weg steil hoch. Ich bin froh über das gute Wetter, bei Regen und Nebel würde es vermutlich nicht Spass machen. Als ersten Gipfel heute erklimme ich Knock Fell (794m). Von hier sehe ich bereits wo ich heute überall hinaufsteigen werde. Zunächst muss ich wieder abwärts um dann Great Dun Fell (848m) zu besteigen. Dieser ist bekannt für seine England weiten Rekorde: die meisten Nebeltage im Jahr, die höchsten Windgeschwindigkeiten und den längsten Frost. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt gerade mal bei 4°C, während 200 Tagen pro Jahr hat es Nebel und an 100 Tagen im Jahr herrschen Orkanböen. Ein Glück zeigt er sich heute von seiner freundlichen Seite. Weiter geht es über Little Dun Fell (842m) auf den Cross Fell (893m). Dieser ist der höchste Punkt meiner Wanderung und ich geniesse die Sonne und den Weitblick. Von hier geht es nun langsam wieder abwärts bis nach Garrigill. Der Tag voller Eindrücke geht zu Ende und mit ihm vermutlich auch das schöne Wetter.

Tag 13

 

Der 13. Tag ist gekommen und mit ihm der Tag, vor dem ich mich seit Beginn gefürchtet habe und auch gehofft habe, er würde nie kommen. Nun ist er da, mein Körper zeigt mir, dass ich meine Wanderung in der nächsten grösseren Ortschaft abbrechen muss. Damit bleibt noch ein ganzer Teil des Pennine Way offen und hoffentlich werde ich in der Zukunft die Möglichkeit haben diesen noch zu beenden.